Manchmal ist Lieben ganz einfach, leicht und wunderschön…

Doch manchmal stellt es einen vor Herausforderungen und Konflikte, einen bestimmten Menschen zu lieben. Vielleicht werden die eigenen Gefühle nicht erwidert oder auf eine andere Weise zurückgegeben, vielleicht kann die Liebe auch gar nicht empfangen werden oder vielleicht fordert diese Liebe so viel von uns, dass wir in Gefahr sind uns dabei selbst zu verlieren.

Egal, von welcher Form der Liebe wir sprechen, ob partnerschaftliche Liebe, freundschaftliche Liebe oder familiäre Liebesverbindungen, immer wieder gibt es Menschen, bei denen es uns ganz leicht fällt sie zu lieben. Und manchmal begegnen wir Menschen, die wir vielleicht genauso stark lieben und trotzdem fällt es schwerer. Das Lieben dieser Menschen ist nicht so unbeschwert wie bei anderen. Es kostet oft Kraft, lädt zum Zweifeln ein und manchmal tut es sehr weh…

Was macht diese Liebe so schwer?

Ist es der gesellschaftliche Druck, der diese Liebe als „falsch“ betrachtet, weil einzelne Faktoren nicht ganz in das erwartete Muster passen? Oder sind das Menschen, denen es auch schwer fällt, sich selbst zu lieben? Vielleicht, weil sie bisher keine unbedingte Liebe in ihrem Leben erfahren haben? Oder sind es vielleicht Menschen, die einfach so viel Liebe brauchen, dass man die „Versorgung mit Liebe“ kaum sicherstellen kann? Vielleicht haben sie auch Angst vor der Liebe, in beide Richtungen, weil sie zu oft verletzt wurden oder selbst andere Menschen verletzt haben?

Wahrscheinlich ist es oftmals eine Mischung aus allem, was das Ganze nicht unbedingt weniger komplex macht…

Was kann man tun, um sich in so einer Liebe nicht hoffnungslos zu verlieren? Ich wünschte, ich hätte eine einfache Antwort auf diese Frage! Wenn man von Anfang an vorsichtig ist, jeden Schritt überprüft und sich schon mit Angst nähert, dann wird sich keiner von beiden wirklich einlassen können. Wahrscheinlich kann man erst eingreifen, wenn es quasi schon zu spät ist und der Kontakt zu einem Selbst unterbrochen ist. Wenn die Verbindung stark genug ist, wird man sie wiederherstellen können! Sich an so einem Punkt wieder auf sich selbst zu besinnen und sich in Selbstfürsorge zu üben, ist vermutlich immer ein Risiko für die Liebe zu dem Gegenüber, aber auch die einzige Chance. Wenn man sich selbst vernachlässigt und sich selbst nicht liebt, macht man es sich und dem anderen umso schwerer. Sich selbst aufzugeben für die Bedürfnisse des Gegenübers, kann Unsicherheit schüren und Abhängigkeit schaffen. Wenn man also merkt, dass man sich selbst etwas verloren hat oder dabei ist, sich aufzugeben, dann kann man die Liebe nur durch Selbstliebe retten.

Wahrscheinlich ist eine solche Liebe ein ständiges Wechselspiel zwischen „den andern lieben“ und „sich selbst lieben“, bis man irgendwann die richtige Balance gefunden hat. Ist es dann nicht eine große Chance für uns, etwas sehr Wichtiges dabei zu lernen?

Vielleicht können wir dankbar sein, wenn wir Menschen lieben, die nicht ganz so einfach zu lieben sind.

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