Es gibt im Leben Momente, die man zelebriert und es gibt im Leben Momente, die sehr schwer sind. Seit einigen Wochen wird es von Tag zu Tag schwerer. Die Corona-Pandemie überrollt uns. Sie fordert uns heraus, uns mit komplett neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Und: wir müssen still- und durchhalten. Nichts ist umsonst. Nichts ist Zufall.

Wie wird diese Zeit unser Leben verändern? In der Bibel wird von Wüstenmomenten gesprochen. Wozu sind diese Wüstenmomente gut? Wie werden wir, wenn wir durch die Krise gegangen sind, über diese Phase reden? Was hat sie uns gelehrt? Was dürfen wir ver-lernen?

Waren wir bis gestern noch beschäftigt, möglichst viel in weniger Zeit zu erledigen, immer schneller, höher und besser zu werden, haben wir heute die Notbremse gezogen. Die Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen, die Flughafen sind leer, der Luftraum ebenso. Keine offenen Cafés, Bars, Restaurants…. Kein Museum, kein Konzert, keine Geburtstagsparty. Selbst der Frisör musste schließen. Was sollen wir nun tun mit der vielen Zeit, die wir auf einmal zur Verfügung haben?

Kommen wir noch klar mit uns selbst? In unseren eigenen vier Wänden? Mit unseren Liebsten? Wie gehen wir mit der sozialen Distanz um? „Bewahre Dein Herz, denn aus ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ Bewahre Dein Herz heißt auch, die Dinge anzunehmen, die gerade passieren. Zuzugeben, dass es mir gerade nicht gut geht. Dass ich Angst habe. Dass ich keine Erfahrung mit dieser Situation habe. Wenn ich mich ernst nehme, dann finde ich in dieser schweren Zeit zu mir. Kann die freie Zeit, die ich jetzt durch die zahlreichen Verbote gewinne, für mich nutzen. Für mein Herz. Für meine Weiterbildung. Für meine Kontakte. Für meine Selbst-Fürsorge. Ich kann für Ordnung sorgen, wo ich in der Vergangenheit mangels Zeit nicht sorgen konnte. Ich kann machen, was ich schon immer machen wollte und keine Zeit dafür fand (Acrylbilder malen, Briefe schreiben, Fotos sortieren, ein Instrument lernen, Bücher lesen, Bücher vorlesen, Filme anschauen, darüber diskutieren, neue Rezepte ausprobieren, Sport machen, spazieren gehen……)

Ja, es liegt eine Chance in jeder Krise! Und wenn ich durch die Wüste gewandert bin, durchgehalten habe, Demut erlebt und gelernt habe, Zeit mit mir verbracht habe, dann werde ich ein anderer sein! Die Welt wird anders sein. Wir werden anders miteinander kommunizieren, werden die Digitalisierung mehr nutzen können, werden aus dem Verzicht gewonnen haben.

Denn: die größte Wüste grenzt an einem Berg, oder an einem Gewässer. Dann beginnt eine neue Phase. Eine neue Chance.

Bleiben Sie achtsam, bleiben Sie gesund! Ihre Ulrike Mas

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