And the Oscar goes to…

von 26. Februar 2015Blog

Montag und Dienstag hatte ich bei meinem langjährigen Kunden einen Workshop mit dem Titel “Botschafter für Wertschätzung”.
Und das genau zu der Zeit der Oskar Verleihung! So begann ich den Workshop mit einer Einstiegsübung „Was befähigt mich zum Botschafter für Wertschätzung“ und dann „Welche Kompetenzen bringst Du mit, um Botschafter für Wertschätzung zu werden?“ Dazu legte ich viele aussagekräftige Bildkarten in die Mitte des Stuhlkreises und lud die insgesamt 9 Teilnehmer ein, sich zwei Bilder auszuwählen, welche beide Fragen beantworten. Und Ziel war auch, dass zum Ende der Runde alle Teilnehmer dran waren, also auch eine Wertschätzung (einen Oscar) erhalten haben!

Das Strahlen in den Augen, die gute Stimmung und auch die Arbeitsenergie waren beeindruckend! Sollten wir nicht öfter mal einen Oskar an uns selbst und an die anderen verleihen? Mit zwei Sätzen Atmosphäre schaffen, gute Energie verbreiten und an unserer „Ich bin ok Du bist ok“ Haltung arbeiten?
Unsere Gesellschaft blickt zunehmend auf die Defizite. Bei meinen Kindern werden in der Schule heute noch die Fehler gezählt. Man stelle sich vor: ein Kind schreibt ein Diktat mit 120 Wörtern, es wird korrigiert, 10 Fehler werden entdeckt und rot angestrichen: Das Ergebnis: ungenügend! Und dabei hat das Kind 110 Wörter korrekt, sprich richtig geschrieben! Das ist auch schon eine Leistung.
Allerdings prägt dieses Denken unsere Kinder. Du darfst keine Fehler machen. Was kann ich nicht? Worin bin ich schwach? Weiter geht`s mit der Defizit-Haltung im Erwachsenenalter. Was habe ich noch nicht? Welche Kompetenzen fehlen mir noch? Mitarbeiterbeurteilung mit Blick auf das, was nicht funktioniert.

Wäre unsere Welt mit mehr Oskar-Denken nicht produktiver? Mit dem Blick auf Gelungenes?
„Wenn ich Dich so anschaue und auf mich wirken lasse, entdecke / vermute ich folgende positive Eigenschaften an Dir…“ Ja, ich steuere meine Aufmerksamkeit in Richtung Wertschätzung. Dass ich bei einer Erstbegegnung auch negative Gedanken habe, ist weit verbreitet. Das kommt von der defizitären Betrachtung unserer Gesellschaft. Dass ich allerdings auch in der Verantwortung für mein Denken und Handeln bin und mich somit in Bezug auf „Lösungsorientiertes Denken“ trainieren kann, ist die Chance! Mir selbst fällt bei mir auf, dass ich mit der jahrelangen Übung mit dem Blick auf das Gelingen bereits ganz unbewusst positiv konnotiere. Und das macht das Leben lustvoller und lebenswerter!

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