Was immer wir tun, wir müssen wissen,
was wir erwarten dürfen, welche Mittel nötig sind,
um das Ziel zu erreichen, und welche Mittel und
Fähigkeiten wir für die anstehenden Aufgaben
mitbringen. Nur der kann großmütig auf die Früchte des
Sieges verzichten, der so vorbereitet ist und keinerlei
Wünsche in Bezug auf die Ergebnisse des Sieges
besitzt und weiterhin im Kampf aufgeht.
Man kann auf die Früchte verzichten, aber dieser
Verzicht bedeutet keine Gleichgültigkeit dem
Ergebnis gegenüber.
Der Krieger des Lichts hört Gandhis Strategie voller
Achtung an. Und er lässt sich nicht von Menschen
verwirren, die den Verzicht predigen, weil sie unfähig
sind, zu einem Ergebnis zu kommen.

(Paulo Coelho)

1. Warum gerade Wertschätzung als Thema eines Workshops?

Nun, jeder kennt das Gefühl von Stolz und Freude von Engagement, wenn wir für unsere Leistung anerkannt oder gelobt werden. Forschungsergebnisse zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Leistungsanerkennung und einem hohen Engagement im Job, mehr Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter sowie auch innovativere Mitarbeiter. Fraglich ist hier gleich zu Anfang, wenn die Forschungsergebnisse so eindeutig sind und wenn die Umsetzung so unkostspielig ist, warum setzen die Unternehmen nicht gezielt auf Wertschätzung? Die Antwort darauf ist simpel. Wenn ich wertschätzend sein möchte muss ich zunächst meine eigenen Werte, also mich selbst wertschätzen, darf beispielsweise keine Konkurrenzängste haben und muss Werte bei anderen Menschen sehen und kommunizieren können. Das haben wir nicht gelernt! Vielleicht ist es auch vielen Führungskräften nicht bewusst.

Auch sind das Maß und der Zeitpunkt der Wertschätzung wichtig, der Zeitpunkt darf auf keinen Fall willkürlich gewählt werden. Vielmehr muss er passend und korrekt sein, damit der Geschätzte das Lob annehmen kann, damit die Wirkung nicht einfach verpufft. Gute und aufrichtige Wertschätzung führt zur Wertschöpfung in einem Unternehmen. Werte machen ein Leben wertvoll. Werte strahlen eine positive Wirkung aus, erst auf den Menschen, dann auf Unternehmen.

2. Trainingsmarkt

Am Markt gibt es bereits etliche Institute die das Thema Wertschätzung als Trainingsthema aufgegriffen haben und Seminare hierzu anbieten. Etliche Unternehmen haben den Nutzen eines Trainings zum Thema Wertschätzung bereits erkannt und investieren in Methoden die das Mitarbeiterengagement erheblich steigern können.

Der Bedarf zu diesem Thema ist hoch, so dass nicht von einer 100 %igen Marktabdeckung auszugehen ist. Wichtig und hilfreich ist es, dass neben dem Workshop auch auf die nachhaltige Umsetzung der Trainingsinhalte geachtet wird. Hierzu sollte, gemeinsam mit dem Unternehmen, über Anreizsysteme für die Mitarbeiter nachgedacht werden. Kurzer Abriss zum Forschungsergebnis.

Die Cicero Group hat ihre Erhebungen zum Thema Wertschätzung in Unternehmen und die Auswirkung von Wertschätzung untersucht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass durch Lob und Anerkennung die Wahrscheinlichkeit einer

  • höheren Leistungsfähigkeit,
  • mehr Innovationen,
  • eine Identifizierung mit dem Unternehmen

seitens der Mitarbeiter eher wahrscheinlich ist. Die Unternehmensleistung sowie die Leistung der Mitarbeiter steigen. Mitarbeiter die eine hohe Leistungsanerkennung erfahren, entwickeln fast doppelt so viele innovative Ideen, neue Vorgehensweisen im Monat wie Mitarbeiter die nur wenig oder keine Wertschätzung erfahren.

3. Was bedeutet das im Arbeitsalltag?

Wenn Mitarbeiter erfahren, dass sie sich in ihrem Aufgabengebiet verwirklichen können, erbringt jeder Einzelne und somit das Unternehmen als Ganzes bessere Leistungen. Zudem steigt die Verbundenheit zum Unternehmen und auch unter den Kollegen. Schwache Leistungsanerkennung hat dagegen einen entmutigenden, ja fast einen enttäuschenden Effekt, der selbst die besten Mitarbeiter vertreibt.

Fazit: Anerkennung kann eine wichtige Antriebskraft zur stetigen Verbesserung der Ergebnisse sein, Anerkennung stellt den ROI für die Leistung eines Mitarbeiters dar.

4. Wie oft sollte Anerkennung erfolgen?

Dazu gibt es seitens der Mitarbeiter sehr unterschiedliche Vorstellungen, die Spannbreite geht von einmal pro Woche oder häufiger bis hin zu Stimmen denen auch eine Anerkennung einmal pro Quartal reichen würde. Daraus kann abgeleitet werden, dass bei fortwährenden Bemühungen eine informelle Erteilung einer häufigen Anerkennung ein effektives Mittel ist, um das Selbstbewusstsein hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten und das Ansehen des Mitarbeiters innerhalb des Unternehmens zu steigern. Anerkennung für überragende Leistungen sollten seltener und formeller erteilt werden, um sie in den Augen der Preisträger „bedeutend“ zu machen.

5. Was kann ein funktionierendes Anerkennungssystem bewirken?

  • Es kann das Unternehmenswachstum positiv beeinflussen
  • Eine positive Atmosphäre im Unternehmen schaffen
  • Produktive Arbeitsbeziehungen bewirken
  • Mehr Innovation und Kreativität bewirken

6. Was bedeutet denn nun Wertschöpfung durch Wertschätzung?

Werte machen ein Unternehmen wertvoll.
Werte machen ebenso ein Leben wertvoll.

Werte haben mit Würde zu tun und sind für jeden Menschen eine Kraftquelle aus der wir schöpfen können. Werte sind Tugenden, die uns befähigen gut zu leben. Unternehmen die Werte missachten zeigen, dass hier Menschen verachtet werden. In Unternehmen in denen menschenverachtend gearbeitet wird, wollen auch die Menschen irgendwann nicht mehr arbeiten, damit wird ein Unternehmen irgendwann wertlos.

7. Welche Werte sind nun wichtig beim Führen von Mitarbeitern?

Gerechtigkeit
Bedeutet, mir selbst gerecht werden, meinem Geist, meinem Wesen meinen Werten gerecht werden und ebenso den Werten des Anderen gerecht werden. Werde ich den Werten nicht gerecht muss ich mich und/oder die anderen entwerten. Man geht davon aus, dass rund 40% der Potentiale in Unternehmen vergeudet werden durch Entwertungen.

Eine Führungskraft muss nicht immer der/die beste im Team sein, sie sollte aber ihren Wert und den Wert des/der anderen schätzen. Agiere ich als Führungskraft als Bewunderungszwerg und fühle Angst die Anderen sind besser als ich, vergeude ich meine Potenziale.
Zur Gerechtigkeit zählt auch die soziale Gerechtigkeit, die Chancengleichheit, die Bezahlung usw.
Ungerechtigkeit bringt immer Reibungsverluste, Gerechtigkeit dagegen ist eine Kraftquelle.

Tapferkeit
Tapferkeit bedeutet, ich bin bereit Verantwortung zu übernehmen, ich bin bereit für etwas zu kämpfen, für etwas einzustehen. Wer kämpft muss immer damit rechnen auch verletzt zu werden, das ist nicht sehr beliebt, daher gibt es immer mehr Menschen die nur zuschauen.
Beispiel Fußball:
Als Zuschauer wissen immer besser wie eine Mannschaft effektiver aufgestellt gewesen wäre, was der Trainer hätte besser machen können usw. Diese Rolle ist genial, sie erfordert keine Verantwortung, sondern nur die Herleitung von Hypothesen. Das bedeutet, wer Verantwortung übernimmt kann auch verletzt werden, das gehört zum Menschsein dazu.

Im Weiteren heißt das: die Gesellschaft und auch die Unternehmen brauchen Menschen die Verletzungen überwinden können, allerdings im Zeitalter des Populismus wird immer mehr auf die Zustimmung geschaut, keiner möchte sich blamieren, oder belächelt werden.  Unbequeme Menschen sterben aus.

Maß (Nachhaltigkeit)

Ein Unternehmen das maßlos wächst, kann zu Grunde gehen, weil das Wachstum nicht nachhaltig ist, weil keiner darauf achtet was gut ist für das Unternehmen und damit für die Menschen.

Ein weiteres Unmaß unserer Zeit ist, dass Menschen immer gut drauf sein wollen, sie wollen cool sein, immer perfekt sein, dass ist nicht realistisch, kostet Kraft und lässt Bodenhaftung verlieren. Unter Umständen beginnt die Seele zu rebellieren, es kann ein Burnout entstehen. Das richtige Maß zu finden bedeutet eben nicht aus diesen trüben Wassern zu schöpfen, sondern Lust an der Arbeit zu haben, sich nicht unter Druck setzen, an sich glauben. Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, nach dem sollte er leben und arbeiten. Zudem sind Rituale äußert wichtig, d. h. ich habe feste Termine z.B. zum Sport, zum gemeinsamen Essen mit der Familie, zur gemeinsamen Pause mit Arbeitskollegen, habe ich keine festen Rituale sollte ich mir welche schaffen. Rituale geben das Gefühl, dass ist meine Lebenszeit, ein Gefühl von behaglich geborgen sein. Rituale schaffen eine Abgrenzung zur Arbeit. Habe ich diese nicht, kann es zur umgekehrten Situation kommen, ich fühle mich aufgefressen von meinem täglichen Allerlei.

Unternehmen die Rituale abschaffen, lassen in der Leistung nach. Beziehungen werden nicht mehr vertieft und nachhaltig gemacht. Eine gute Führungskraft hat die Aufgabe ein Gespür für die eigenen Mitarbeiter zu entwickeln, was brauchen die Mitarbeiter, welche Potentiale besitzen sie, wie kann ich dies besser erkennen?

Klugheit

Durch Klugheit erhalte ich die Befähigung Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen zu treffen wird häufig als schwer empfunden, weil ich mich stets zwischen richtig oder falsch bewege. Das ist ein Zustand der für den überwiegenden Teil der Führungskräfte nur schwer auszuhalten ist. Gedanken wie: die Konkurrenz schläft nicht, es könnte jemanden geben der besser ich als ich leiten unsere Gedankenwelt. Aber die richtige Entscheidung gibt es nicht, es gibt nur kluge Entscheidungen, da wir nicht alle das gleiche Bewertungsschema haben, da wir spätere Einflussfaktoren gar nicht kennen und abschätzen können.  Mit Entscheidungen macht man sich stets angreifbar und erhält u. U. auch Kritik.

Glaube

Ob eine Entscheidung Segen oder Gegenwind bringt, hängt nicht nur von den eigenen Überlegungen ab, ich kann mich noch so gut absichern, wenn ich selbst nicht daran Glaube was ich sage werde ich kaum erfolgreich sein, Vertrauen ist wichtig, im eigenen Zutrauen liegt die Kraft. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar darum ist Zweifel am der eigenen Entscheidungen nur Energieverschwendung. Wenn ich Vertraue und an mich glaube, muss ich es nicht allem Recht machen. Tue ich das nicht, ist es anstrengend im Ungewissen zu leben und es kann krankmachen.

Als Führungskraft ist der Glaube am Menschen zwingend nötig, sehen wie ist der Mitarbeiter, der Glaube in jedem Menschen liegt ein guter Keim und möglicherweise ist der eine oder andere nur schwierig in seinem Verhalten aus einer eigenen, mir unbekannten Not heraus sollte ich leben können.

Die Wirtschaft wird viel von Angst regiert, immer wieder ertönt die Frage: wer ist schuld? Ein weiteres Zeichen von Unsicherheit und ständiges Absichern zeigt, dass immer mehr protokolliert und notiert wird, dass manchmal eine aggressive Sprache gesprochen wird, doch das hilft nicht wirklich Fehler zu vermeiden. Wir brauchen als Führungskraft eher eine wärmende Sprache, die ermutigt. Wir müssen als Führungskraft Hoffnung vermitteln, Hoffnung auf ein gutes Miteinander, auf ein gutes leben, auf Sicherheit, auf ein gutes Gelingen. Dazu gehören Worte wie: ich mag sie, ich arbeite gern mit ihnen usw. das ist Energiesprache, die die Grundlage einer guten Gesprächsführung ist.

Sinn

Jeder Mensch ist einmalig, daher ist zu hinterfragen, was will ich in dieser Welt/Unternehmen hinterlassen? Was ist meine Aufgabe? Dabei ist Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit unumgänglich zum Wohle der Anderen und mir selbst.

Vertrauen

Vertrauen ist eine Kraftquelle. Wenn ich Misstrauen habe, ist zu viel Kontrolle im Spiel. Dies führt häufig dazu, dass nur Dienst nach Vorschrift gemacht wird. Das wirkt lähmend. Vertrauen hebt Energie.

Etliche Unternehmen haben den Nutzen eines Trainings zum Thema Wertschätzung bereits erkannt und investieren in Methoden die das Mitarbeiterengagement erheblich steigern kann.

Um fremde Werte willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigene haben.
Arthur Schoppenhauer

8. Auswirkungen der fehlenden Wertschätzung im Unternehmen

Das Gallup Institut führt seit über 10 Jahren jährlich eine Befragung zur Stärke der emotionalen Bindung deutscher Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen durch. Bei dem Ergebnis aus 2011 wurden 34 Mil. Erwerbstätige über 18 Jahren in Deutschland nach Ihrer emotionalen Bindung befragt.

23% – Keine emotionale Bindung
63% – Geringe emotionale Bindung
14% – Hohe emotionale Bindung

Durch diese Beobachtung lässt sich sehr wohl die Frage ableiten: welche Maßnahmen der wertschätzenden Kommunikation helfen mir als Unternehmen, um eine steigende emotionale Bindung zu erreichen und damit eine bessere Wertschöpfung erreicht werden kann.

9. Inhalte des Workshops

Die eigene Grundhaltung

  • Die eigene Realität, eigene Selbstwertschätzung
  • Anerkennungs- und Kritikverhalten
  • Gruppenarbeit und Übungen

Denkansätze

  • Interesse und Respekt zeigen (Wissen, was der andere macht, was ihn bewegt, Achtsamkeit)
  • Zeit nehmen und geben, das Gefühl geben von willkommen sein
  • Unterschiedlichkeiten akzeptieren, Mitarbeiter als Berater sehen
  • Gruppenarbeit und Übungen

Was bewirkt Wertschätzung

  • Wie schätze ich heute Wert (was fällt mir auf, was kann ich verändern)
  • Ziel erarbeiten (jeder Teilnehmer erstellt sein individuelles Anforderungsprofil: was er mit einer verbesserten Wertschätzung bewirken und verändern will
  • Werkzeugkasten einer Führungskraft mit Wertschätzungskompetenz
  • Wertschätzende Kommunikation (Win-Win, Empathie, Rollenverständnis)
  • Nachhaltig neue Wege in der Führung einschlagen (Klarheit, Glaubwürdigkeit, Gestaltungsraum, Vertrauen schaffen, eigene Stärken erkennen)
  • Beziehungskompetenz aufbauen (Konflikte wertschätzend meistern, Lob und Kritik, Feedback, Wertschätzen durch delegieren)
  • Übungen

Termine der nächsten noch freien Seminare

Keine Veranstaltungen vorhanden. Termine auf Anfrage!

Fakten

Dauer 1 Tag
Teilnehmer max. 12
Referent Brigitte Sterken
Preis 280,- zzgl. 19% MWSt.

Alle Themen bieten wir sowohl Inhouse als auch als offenes Seminar an.

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