Ich ahne schon Übles. Vor mir fährt ein großer, ausländischer Sattelschlepper mit noch größerem Auflieger. Er biegt links ab. Nicht ahnend, dass er damit auf eine sehr spitze und enge Ausfahrt auf die Bundesstraße zusteuert. Nein, er fährt nicht nach recht. So wie es das große Schild unmissverständlich anzeigt. Mit einfacher, rechtwinkliger Einfahrt in die Bundesstraße. Ein Umweg von gnadenlosen 100 Metern. Folgt wohl blind seinem Navi.

Und wirklich – meine Befürchtungen bestätigen sich! Der Koloss muss die Gegenfahrbahn blockieren, um überhaupt auf die Hauptstraße zu kommen. Kann auch nicht nach rechts schauen, ob da frei ist. Die Folge: zaghaftes Eindringen in die Hauptstraße, begleitet von quietschenden Bremsen, Spontanstau, Gehupe und einigen Beinahe-Auffahrunfällen. Hätte er doch einfach die klaren Schilder gelesen, statt dem Navi zu folgen…

Und wie begleitet uns das im Führungsalltag? Zum Beispiel bei blindem Vertrauen in Führungstools wie Mitarbeiterjahresgesprächen, Zielvereinbarungen und Mehrfachgenehmigungen in Verbindung mit sturer Anwendung. So führen diese „Führungsnavis“ häufig zu Beinahe-Zusammenstößen mit den Mitarbeitern.

Hier ein paar Tipps zur Vermeidung:

  • Daten Sie Ihr Führungsnavi immer wieder einmal up. Ist ein Tool noch „state-of-the-art“ oder (schon wieder) überholt?
  • Etwas gesunder Menschenverstand und Empathie schaden nie!
  • Wo gehen denn die anderen hin? Wie machen es andere Unternehmen und mit welchem Ergebnis? Sie müssen weder alles neu erfinden noch in bekannte Fallen tappen!
  • Vorlagen und Struktur ja – aber bitte sinnvoll anwenden!
  • Und behalten Sie ausreichende Sicht: Wo entstehen Konflikte? Wo werden Mitarbeiter blockiert?

Damit viel Erfolg in Ihrem Führungsalltag!

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